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Everesting: Ein 36-jähriger Dresdner ist Deutschlands erster Weltrekordler

Everesting: Ein 36-jähriger Dresdner ist Deutschlands erster Weltrekordler - MYLAUF
Spitzhaus in Radebeul. (Foto: Daniel Bahrmann/Pixabay)

Everesting gibt es schon eine Weile, aber in der Coronakrise hat diese besondere Spielart des Laufens einen riesigen Aufschwung genommen. Wie der Begriff schon andeutet, hat Everesting mit dem Mount Everest zu tun, der höchsten Erhebung der Welt. Eine Reise in den Himalaya ist aber nicht notwendig, wie Marc Schulze beweist.

Der 36-jährige Dresdner ist der erste Weltrekordler im Everesting aus Deutschland, wie jkrunning berichtet. Für den Aufstieg auf 8.849 Höhenmetern benötigte Schulze demnach 11:01:40 Stunden. Es galt, auf einer rund 200 Meter langen Strecke mit einem Neigungswinkel von 36 Grad einen Aufstieg von jeweils 76 Höhenmetern zu meistern.

Spitzhaustreppe als Everest-Ersatz

Als perfekten Ort für den Mount-Everest-Treppenmarathon wählte Schulze die Spitzhaustreppe im sächsischen Radebeul – unweit von Dresden. Die Treppe im Denkmalschutzgebiet Historische Weinberglandschaft Radebeul bietet – einschließlich der Podeste einen Höhenwinkel von 36,2 Grad und ist 203 Meter lang. 397 Stufen muss man erklimmen, um auf 76 Höhenmeter zu kommen.

Insgesamt hätte Schulze die Treppe rechnerisch 116 Mal hinauf und wieder hinunter laufen müssen. Um sicher zu gehen, dass die Strecke auch wirklich erreicht wurde, lief Schulze lieber 121 Mal. Dabei kam also locker mehr als eine Marathonstrecke zusammen, nämlich 49,126 Kilometer. Das GPS zeigte sogar rund 52 Kilometer an. Die erreichte Höhe belief sich letztlich auf satte 9.196 Meter.

Ausflüglern ausweichen

Das Ganze dürfte ungefähr so anstrengend gewesen sein, wie es sich anhört. Schulze meinte jedenfalls am Tag nach dem Weltrekordlauf, er habe schon nach einem Drittel keine Lust mehr gehabt weiterzulaufen. Besonders schwierig sei es gewesen, bei all der Anstrengung auch noch den Ausflüglern auszuweichen. Die Treppe war offenbar nicht eigens gesperrt worden.

Der bisher schnellste Everesting-Läufer war übrigens Ian Bailey, der die Strecke in 11:17:12 Stunden absolviert hatte. Der schnellste Mensch, der bisher den echten Mount Everest erklommen hat – und zwar ohne künstlichen Sauerstoff und Fixseile –, ist der Spanier/Katalane Kilian Jornet. Er brauchte dafür im Jahr 2017 rund 26 Stunden.

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