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Die letzten Marathon-Tickets für Tokio 2021 - wer macht das Rennen?

Die letzten Marathon-Tickets für Tokio 2021 - wer macht das Rennen? - MYLAUF
Philipp Pflieger beim Marathon in Hamburg. (Bild: Haspa Marathon Hamburg)

Der Marathon ist die Königsdisziplin des Langstreckenlaufs und auch bei den (verschobenen) Olympischen Spielen sind die Startplätze heiß begehrt. Deutschland hat für Herren und Damen jeweils drei Startplätze für den Marathon in Tokio 2021 – bis Ende Mai stehen noch einige Qualifikationen an. Aber die endgültige Entscheidung könnte aber schon etwas früher fallen. Wer also hat die besten Chancen?

Für diese Läufer stehen die Chancen am besten

Beim Marathon Tokio 2021 stehen weniger Startplätze als bei den Spielen der Jahre zuvor bereit. Grund hierfür ist allerdings nicht die Coronakrise, sondern eine Entscheidung des Olympischen Kommitees, mehr Sportarten aufzunehmen. 2016 in Rio waren noch 155 Startplätze vergeben, in Tokio werden es insgesamt nur 80 sein – das sind jeweils drei Läuferinnen und Läufer pro Nation.

Qualifikationskriterium sind ausschließlich gelaufene Zeiten, relative Positionierungen bei anderen Marathons zählen also nicht. Durch viele pandemiebedingte Ausfälle von Laufevents fehlt es den Läufern zudem an Qualifikationsmöglichkeiten, um die Normzeiten (2:11:30h für Männer und 2:29:30h für Frauen) zu unterbieten.

Am 11. April findet in Hamburg ein Laufevent ausschließlich für Eliteläufer statt, dies könnte vor allem aus deutscher Sicht bereits die Vorentscheidung bringen. Einen weiteren Elite-Run gibt es am 16. Mai in Mailand.

Gesetzten und potenzielle Athleten für die deutschen Startplätze

Für das deutsche Marathonteam nahezu gesetzt gilt bei den Herren Amanal Petros (TV Wattenscheid). Petros wird im Frühjahr nicht einmal mehr an weiteren Marathons teilnehmen. Auch Simon Boch hat es mit einem Solorennen in Dresden geschafft, die Normzeit zu unterbieten. Mit 2:10:48h gilt der Läufer von LG Telis Finanz Regensburg als hoffnungsvoller dritter Mann.

Doch noch wackelt Bochs Position, wie Runnersworld berichtet. Besonders bitter ist die Qualifikation für Philipp Pflieger (LT Haspa Marathon Hamburg) gelaufen. Nach einer tollen Saison zog er sich eine Wadenverletzung zu und verzichtet in Folge auf eine Olympiaqualifikation. Hoffnungsvollster Nachrücker wäre dann Richard Ringer, wenn er im Marathon in Hamburg seine tolle Zeit bestätigen kann.

Läuft Amanal Petros lieber die 10.000 Meter?

Aber auch Arne Gabius hat mit einer starken Performance in der Hansestadt noch Chancen. Noch einmal spannend wird die Lage bei den Herren, weil Petros wohl eigentlich lieber die 10.000 Meter laufen würde. Dort steht die Qualifikation aber noch aus, dann würden die anderen Männer nachrücken.

Sehr sicher schon für den Marathon in Tokio qualifiziert ist Hendrick Pfeiffer (TV Wattenscheid). Mit 2:10:18h lief er 2020 die zweitbeste Zeit nach der Jahrtausendwende überhaupt, diese Form sollte er in Tokio unbedingt bestätigen.

Bei den Läuferinnen scheint die Lage nur auf den ersten Blick geklärt zu sein, wie es bei Leichtathletik.de heißt. An der Normzeit sollte es bei Melat Kejeta (Laufteam Kassel), Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin) und Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt) nicht mehr scheitern. Gerade Kejeta hat sich mit 2:23:57 weit von der Konkurrenz abgesetzt. Schöneborn (2:26:55h) und Steinruck (2:27:26h) müssen aber unter Umständen noch zittern, was vor allem für Deborah Schöneborn bitter wäre.

Heißeste Konkurrentin ist nämlich ihre Schwester Rabea (ebenfalls LG Nord Berlin). Neben den Schöneborn-Zwillingen starten in Hamburg auch Steinruck und mögliche Kandidatinnen wie Fabienne Königstein und Laura Hottenrott. Gerade für die Läuferinnen wird Hamburg am 11. April also ein heißes Pflaster.

Qualifikation auf den letzten Metern

Die verschobenen Olympischen Spiele 2021 haben dafür gesorgt, dass auch das Qualifikationsfenster für den Marathon Tokio länger offen bleibt. Bis Mai könnte es noch spannend bleiben. Spätestens der Elitemarathon in Mailand ist aber ein Lauf, bei dem es um alles geht – und damit hoffentlich ein guter Vorgeschmack auf den Marathon bei den Spielen in Tokio.

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