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Haspa Marathon Hamburg: So groß sind die Herausforderungen einer Verlegung

Haspa Marathon Hamburg: So groß sind die Herausforderungen einer Verlegung - MYLAUF
Marathon Hamburg soll am 13. September stattfinden. (Foto: Haspa Marathon Hamburg)

Der Haspa Marathon in Hamburg ist seit Jahren der größte deutsche Frühjahrsmarathon – 2020 macht die Corona-Krise den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Statt das Event abzusagen, es auf das nächste Jahr zu verschieben oder digital durchzuführen, wie andere Veranstalter, wollen die Hamburger den Marathon um nur fünf Monate verschieben. Dabei gibt es natürlich einige Herausforderungen.

Jede Menge Marathon- und andere Laufveranstaltungen mussten in den vergangenen Wochen abgesagt werden. Der Grund: Der Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus. Derzeit sieht es so aus, als sei etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Möglicherweise können im Sommer und Herbst wieder Sportveranstaltungen mit Publikum durchgeführt werden. Darauf setzen jedenfalls auch die Veranstalter des Haspa Marathons. Die wollen das Groß-Event mit über 22.000 Teilnehmern am 13. September durchführen.

Hamburg-Marathon: Herausforderung neuer Termin

Wer schon einmal eine Veranstaltung in diesem oder ähnlichem Umfang durchgeführt hat, weiß, dass das kaum in ein paar Wochen auf die Beine zu stellen ist. Schon allein die Terminfindung ist ein Thema für sich. So sollte ein Marathon nicht im Hochsommer veranstaltet werden, er darf sich nicht mit anderen Veranstaltungen überschneiden, natürlich muss genug Zeit sein, Teilnehmer und Sponsoren zu finden. Bei Freiluftveranstaltungen mit am wichtigsten ist, dass eine nutzbare Strecke gefunden und rechtzeitig von der Polizei genehmigt wird.

Im Normalfall werden etwa Baustellen zwei Jahre im Voraus auf den Marathon in Hamburg abgestimmt, wie Veranstalter Frank Thaleiser gegenüber der Bildzeitung erzählt. So muss die 42,195 Kilometer lange Strecke im Herbst im Vergleich zu dem geplanten, aber abgesagten Frühlingsevent zum Teil verlegt werden. Mitte September gibt es ganz andere Baustellen – und das Eppendorfer Stadtteilfest ist im Weg.

Terminkollisionen bei Dienstleistern und Sportlern

Eine weitere Herausforderung für die Marathon-Veranstaltung: Haben die Dienstleister und Sportler bei dem neuen Termin auch Zeit. Schließlich haben im Fall von Hamburg die TV-Produzenten und Zeitnehmer auch begrenzte Kapazitäten, die an einem bestimmten Tag dann bereitgestellt werden müssen.

Und: Die besten Top-Läufer müssen an diesem Tag "frei" sein und laufen können. Die Konkurrenz von Boston (14. September), London (4. Oktober) und Paris (18. Oktober) ist riesig. Aber: Laut den Statuten der IAAF müsste Hamburg für die Verleihung des obligatorischen Gold-Labels eine bestimmte Anzahl von Top-Läufern an den Start bringen, wie die Bildzeitung schreibt. 

Organisation ist "echter Marathon"

Dem Ex-Leichtathleten und Jetzt-Veranstalter Thaleiser zufolge dürfte das aber unter den neuen Bedingungen durch die Corona-Krise für kaum ein Event machbar sein. Die Verpflegung sowie T-Shirts oder Medaillen und die Helfer an der Strecke sind dann noch mal ein ganz anderes Thema für die Organisatoren. Für Thaleiser und sein Team ist die Verlegung des Hamburg-Marathons um nur ein paar Monate entsprechend selbst schon ein echter Marathon. Aber: "Unser Team hält super zusammen", so Thaleiser.

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